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Crowd-Management in Krisensituationen

Um die Gefahren und Risiken bei Überfüllung zu minimieren, kommen in Megastädten wie Peking oder Tokio bereits Queuing-Systeme und Trennwände zwischen Bahnsteig und Gleisbereich zum Einsatz. Auch in Europa etablieren sich solche Systeme, beispielsweise an der U-Bahnhaltestelle der „MERKUR Spiel-Arena“ in Düsseldorf. Allerdings ist das System des öffentlichen Personenverkehrs hinsichtlich der eingesetzten Fahrzeuge sehr divers und die Nutzung von Gittern kann zu unerwünschten Nebeneffekten, wie Behinderungen an anderen Stellen oder bei Kreuzungen, führen. Deshalb entwickelt das Projekt neue und flexible Lösungen zum Crowd-Management in Bahnhöfen, wobei zum einen bestehende Praktiken aus dem Bereich der Großveranstaltung adaptiert werden und zum anderen innovative Konzepte zur Lenkung ohne Gitter erprobt werden.

Klassische Maßnahmen wie Absperrungen zur Zugangskontrolle, Partitionierung der Menschenmenge und Einsatz von Gittern zur Errichtung von Queuing-Systemen müssen auf die weitaus komplexere Situation in Personenverkehrsanlagen mit multidirektionalen Personenströmen und Kreuzungen angepasst und modifiziert werden. Hierfür werden in einem ersten Schritt räumliche Strukturen in Bahnhöfen und U-Bahnstationen und die dort auftretenden uni- und multidirektionalen Fahrgastströmen typisiert. Über Feldstudien und Expertenworkshops im Kontext von Großveranstaltungen soll als zweiter Schritt eine Sammlung von Best-Practice Maßnahmen zur Partitionierung und Lenkung der Personenströme erfolgen. Ziel ist es zu prüfen, welche dieser Maßnahmen sich bewährt haben und für den Einsatz in der speziellen Situation in Bahnhöfen übertragbar und adaptierbar sind. Begleitet werden diese Untersuchungen wie im ersten Teilprojekt durch Feldstudien im Veranstaltungsbereich, Befragungen von Besuchern als auch für besondere Fragestellungen durch Experimente.

Darüber hinaus soll erforscht werden, inwieweit soziale Normen und Handlungsstrategien auch ohne Absperrungen durch Gitter zur Lenkung und Selbstorganisation der Personenströme genutzt werden können. Hiermit ergibt sich die Möglichkeit, neue Konzepte für das Crowd-Management zu identifizieren, die ohne begrenzende und einschränkende Gitter auskommen. Diese neuen Konzepte für die Lenkung von Personenströmen sollen im Rahmen von Laborexperimenten entwickelt und bei Großveranstaltungen getestet werden. Abschließend erfolgt in Kooperation mit Ausrüstern von Großveranstaltungen, Crowd-Managern sowie Betreibern von Verkehrsinfrastrukturen und BOS eine Bewertung der Methoden hinsichtlich des Einsatzes in Personenverkehrsanlagen.


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